Jede Problemlösung beginnt mit der Wahrnehmung der Wirklichkeit.
Und nicht mit Wegschauen.
Algenpest, Gestank & Badeverbote

Bild 1: Algenpest und Gestank am Strandbad Langenargen: Hier vergeht einem das Baden auch ohne Verbot. Das Algenproblem hat ebenfalls mit der Schussen zu tun. Viel zu viele Nährstoffe (v.a. Phosphor) erreichen das Schussendelta uns sorgen für übernatürlichen Pflanzenwuchs (Seegras, Algen). Auswertungen amtlicher Zahlen durch die BIRDS haben ergeben, dass pro Jahr 57,1 t Phosphor die Schussen herunterkommen. Davon 8 t aus dem Normalbetrieb der Kläranlagen – schon diese kleine Menge ist genug, um den abgebildeten Algenteppich zu ernähren!
Bild 2: See-Badeverbote: Hier ist das Baden dauerhaft verboten (Freigelände und Naherholungsgebiet Seewiesen, „DLRG-Strand“)! Gesundheitsgefahr durch Fäkalkeime und Schadstoffe im Wasser. Zeitweilige See-Badeverbote gibt es in den Strandbädern Langenargen und Eriskirch, wenn zu befürchten ist, dass im Hinterland eine der 18 Kläranlage entlastet hat oder ein oder mehrere der 125 Regenüberlaufbecken übergelaufen sind – wegen Gesundheitsgefahr durch Fäkalkeime und Krankheitsrerreger im Wasser der Schussen!
Fotos: BIRDS Archiv 2022
Das Bodenseeufer im Bereich des Schussendeltas und des Naturschutzgebiets Eriskircher Ried ist durch die hohe Verunreinigung des Zuflusses „Schussen“ weiterhin stark belastet. Akuter Handlungsbedarf bestehe laut Behörden dennoch nicht. Die Behörden verweisen auf angeblich geplante, langfristig wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte und Hilfsmittel zur symptomatischen Bekämpfung der Algen.
Die Abwasserreinigung ist in ihren Möglichkeiten – was die Nährstoffreduzierung betrifft (Phosphat) – erschöpft. Dennoch werden diese Mengen steigen, da die Bevölkerung in der Bodenseeregion noch immer anhält. Rund 230.000 Menschen (Stand 2024) entwässern in die Schussen.
Viel größere Mengen Phosphat kommen jedoch noch über andere Einträge zustande, wie durch Abschwemmung und Erosion. Regelmäßige Algenplagen verbunden mit unerträglichem Gestank im Schussendelta und den angrenzenden Seeufern sind die Folge. Siehe auch: Wieviel Phosphor liefert die Schussen?
Starkregenereignisse werden häufiger und heftiger. Die Kläranlagen und Regenüberlaufbecken im Einzugsbereicht der Schussen werden daher vermehrt überlaufen und Fäkalkeime und Schadstoffe noch häufiger in den See gespült. Mehrwöchige See-Badeverbote an den Strandbädern Langenargen und Eriskirch sind hier die Folge. Siehe auch: Badeverbote.
Leitdämme für eine Zukunft ohne Algenpest, Gestank und Badeverbote sowie effektiven Schutz der Natur
Die BIRDS ist zu der Schlussfolgerung gelangt, dass die von den Behörden bisher ergriffenen oder noch geplanten Maßnahmen an der Schussen nicht mehr zum Ziel führen. Dies haben mehrjährige eigene Recherchen ergeben. Die Probleme können nur nachhaltig und dauerhaft verhindert werden, wenn das Wasser der Schussen aus der Flachwasserzone herausgehalten wird. Die wirksamste Maßnahme ist daher der Bau von ökologischen Leitdämmen, die das mit Fäkalkeimen, Nähr-, Spuren- udn Schadstoffen belastete Wasser in den See hinausleiten. Die Flachwasseronen und das Eriskircher Ried sind sensible FFH- und Naturschutzgebiete, welche ebenso profitieren werden.
Grafik; BIRDS 2026
